Folgenahrung – welche ist die richtige für mein Kind?

Folgenahrung – welche ist die richtige für mein Kind?Keine Frage, das Kind soll so gut wie möglich ernährt werden. In den ersten Monaten gibt es nichts Besseres als Muttermilch. Gestillt zu werden ist nicht nur der natürlichste Weg, das Kind zu ernähren. Auch das Immunsystem wird auf diese Weise am besten aufgebaut. Zudem verstärkt es die natürliche Bindung zur Mutter. Egal, wie lange man stillen kann, kommt irgendwann der Moment, an dem eine Folgenahrung (auch Folgemilch genannt) zum Einsatz kommen muss. Wann dieser Moment gekommen ist, entscheiden Sie als Mutter. Es ist allerdings sinnvoll, sich bereits vorher intensiv mit den unterschiedlichen Angeboten auseinanderzusetzen. Denn der Markt ist recht groß geworden, sodass eine sofortige Übersicht schlicht unmöglich ist. Wo liegen die Unterschiede? Ab welchem Alter kann welche Folgenahrung verwendet werden? Gibt es preisliche Unterschiede? Viele Frage tauchen auf, die unter anderem auch mit der Unterstützung der Hebamme oder des Kinderarztes geklärt werden können.

Worauf basiert die Folgenahrung?

Zwei Optionen stehen diesbezüglich zur Verfügung. Die meisten Produkte werden auf der Basis von Kuhmilch produziert. Allerdings gibt es auch einige Anbieter, die sich auf die Fertigung der Folgemilch aus Ziegenmilch spezialisiert haben. Dies ist ein großartiger Ansatz, da die Ziegenmilch für den menschlichen Körper besser zu verdauen ist. Doch kann man sich bereits denken, dass aufgrund der eher geringen Menge dieses Angebotes der Preis eher hoch angesetzt ist. Damit ist die Folgenahrung aus Ziegenmilch einerseits nicht überall erhältlich, andererseits nicht für jedermann bezahlbar.

Einen weiteren Pluspunkt erhält das Produkt aus Ziegenmilch in puncto Verträglichkeit. Aufgrund dieser Tatsache ist sie für Kinder mit Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten die bessere Wahl. In diesem Punkt ist eine Absprache mit dem Kinderarzt empfehlenswert. Grundsätzlich ist die Entscheidung, welches Produkt den Vorzug erhält, selbstverständlich eine persönliche.

Weitere Inhaltsstoffe in der Folgemilch

Denken Sie bei der Wahl der Folgenahrung bitte immer daran, dass es sich um eine gesunde Ernährung handeln soll. Daher sind alle Produkte, in denen Zucker auf der Inhaltsliste auftaucht, von der Liste zu streichen. Zucker in jeglicher Form hat nichts in einer gesunden Folgemilch zu suchen. Selbiges gilt für Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Für gewöhnlich halten sich die Hersteller daran. Ein Blick auf die Zusammensetzung kann aber dennoch nicht schaden. Fällt Ihnen bei dieser Überprüfung aber der Begriff „Omega-3-Fettsäuren“ auf, können Sie beruhigt sein. Die Omega-3-Fettsäuren DHA und ALA sind wichtige Bestandteile für den Zellstoffwechsel und verschiedene Körperfunktionen. Es ist sehr gut, sind sie in der Folgenahrung vorhanden.

Ab wann darf die Folgemilch eigentlich gefüttert werden?

Die Folgemilch ist nach dem Alter des Kindes gestaffelt. Da eine grundsätzliche Empfehlung gegeben wird, das Kind bis mindestens zum Ende des 6. Lebensmonat zu stillen, sind die meisten Folgenahrungsprodukte ab dem 7. Lebensmonat empfohlen. Grundsätzlich finden Sie auf der Verpackung eine Empfehlung, ab welchem Monat dieses spezielle Produkt einzusetzen wäre.

Selbstverständlich kann es auch vorkommen, dass vor dem 6. Lebensmonat ein Zufüttern bzw. eine Umstellung auf Folgemilch notwendig ist. Auch diese Produkte finden Sie durch die Beachtung der Altersangabe. Je jünger das Kind ist, desto wichtiger ist, diese Angabe unbedingt zu beachten.

Die Altersangabe ist übrigens ein wenig verwirrend eingesetzt. Denn ein Kind mit etwa 7 Monaten kann durchaus mit der Folgemilch, die ab dem 5. oder 6. Monat gefüttert werden kann, vollkommen auskommen. Es handelt sich hierbei nämlich nur um einen Richtwert, ab wann dieses Produkt frühestens eingesetzt werden darf. Lassen Sie von diesen Angaben nicht verwirren.

Gibt es die Folgenahrung auch in Bio-Qualität?

Verschiedene Hersteller werben sogar mit dem Prädikat „Bio“. Allerdings muss man hier einen Unterschied zwischen einem echten Bio-Produkt, das von Bioland oder Demeter zertifiziert wurde, und dem europäischen Discounter-Bio-Label machen. Denn zwischen diesen beiden Zertifikaten liegen Welten. Wer also ein echtes Bio-Produkt sucht, muss nach Bioland und Demeter im Biomarkt Ausschau halten bzw. entsprechend im Internet bestellen. Im Discounter wird er diese Qualität nicht finden können. Doch muss auch gleich angemerkt werden, dass sich diese hervorragende Qualität auch im Preis niederschlägt. Es ist verständlich, wenn Ihnen die Gesundheit des Kindes den hohen Preis wert ist.

Muss bei jedem Kind eine Folgenahrung angeboten werden?

Die Entscheidung, eine Folgenahrung zu füttern, ist selbstverständlich individuell zu treffen. Kinder, die beispielsweise ein volles Jahr gestillt werden, sollten nicht zusätzlich auch noch die Folgenahrung erhalten. Je länger ein Kind gestillt werden kann, desto weniger ist diese Form der Nahrung notwendig. Bedenken Sie, dass die meisten Kinder zwischen dem 6. und dem 10. Lebensmonat auch mit der Beikost, also normaler Nahrung, beginnen. Sobald die Menge der regulären Nahrung ausreicht, um das Kind ausgewogen zu ernähren, ist eine Folgemilch nicht mehr zwingend notwendig. Bedenken Sie, dass es sich hier nicht um ein Getränk handelt, sondern um eine ausgeklügelte Weise, das Kind mit Nährstoffen und Kalorien zu versorgen. Dies ist auch der Grund, warum man sich grundsätzlich an die Packungsvorgaben bezüglich der eingesetzten Mengen halten sollte.

Vielleicht denken manche Leser nun, dass ein wenig mehr Milch doch nicht schaden kann. Allerdings ist ein Fläschchen Folgemilch tatsächlich mehr als nur ein Getränk, sondern eine vollständige Mahlzeit. Das heißt im Umkehrschluss, wer dem Kind zwischendurch mal eine Flasche gibt, überfüttert es. Ja, das klingt hart, soll aber Ihr Bewusstsein für die Tatsachen um die Folgenahrung stärken. Schließlich kann ein Zuviel in diesem Alter Spätfolgen für das Kind nach sich ziehen, über die man im Augenblick nicht nachdenkt. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind durch Ihre Ernährungsweise zu viel erhält und sich entsprechend entwickelt, ist ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder alternativ der Hebamme ratsam, um in puncto Nahrung wieder auf den richtigen Weg gebracht zu werden.

Wie wird die Folgenahrung eingesetzt?

In den meisten Fällen wird sie als Pulver in den Verkauf gebracht. Gemäß Verpackungshinweis wird jedes einzelne Fläschchen frisch angerührt. Dabei ist stets auf die richtige Temperatur zu achten. Zu heiß darf sie nicht sein, um dem Kind keinen Schaden zu zufügen. Zu kalten sollte sie aber auch nicht sein, denn Folgemilch schmeckt kalt irgendwie überhaupt nicht. Wer es einmal probiert hat, weiß, warum ein Kind seine kalte Flaschenmilch verweigert.

Warum entscheiden sich Eltern für die Folgemilch?

Die Gründe sind sehr vielfältig gestaltet. In den meisten Fällen hat es meistens damit etwas zu tun, dass die individuelle Milchmenge der Mutter nachlässt. Oftmals ist es auch die Zusammensetzung, die nicht mehr stimmig ist. Das Kind wird von der Muttermilch nicht mehr satt. Je nach Alter kann nun entweder auf die Folgemilchprodukte oder aber Beikost ausgewichen werden. Selbstverständlich möchte das Kind all das Essen, was die Erwachsenen auch auf dem Teller haben. Doch bedarf es hierfür ein Mindestalter sowie ein langsames Heranführen an die normale Nahrung. Für den gesamten Verdauungstrakt ist es eine große Umstellung, die in kleinen Schritten vorgenommen werden sollte. Damit das Kind dennoch ausreichend versorgt ist, kann die Folgemilch den Übergang erleichtern. Ihre Menge kann jederzeit den Bedürfnissen des Kindes angepasst werden.

Und noch ein großer Vorteil ergibt sich, wenn Sie sich für die Folgemilch entscheiden: Ist das Kind zuvor ausschließlich gestillt worden, ist dies der Moment, an dem endlich der Vater wie auch andere Bezugspersonen einspringen können, wenn das Kind verlauten lässt, dass es Hunger hat. Dadurch ergeben sich für die Mutter neue Freiheiten und für den Vater und andere Personen im Umfeld eine wunderbare Möglichkeit, die Verbindung zum Kind zu stärken, zu festigen.